Pfarrkirche

Die Pfarrkirche St. Aegidius wurde in den Jahren 1895-1896 vollendet. Baumeister war Theodor Ross (1864-1930). Am 16. Juli 1896 wurde sie durch Weihbischof Antonius Fischer konsekriert. Ganz im damaligen architektonischen Zeitgeist weist sie viele Bauelemente der Neugotik auf. Dieser historisierende Baustil orientierte sich an den großen Sakralbauten des Mittelalters. Eine mögliche Vorlage für den Kirchenbau in Hemmerich bot die kurz zuvor errichtete Kapelle des Collegium Albertinum am Bonner Rheinufer.

Der Hemmericher Pfarrer German Hubert Christian Maaßen war seit 1862 Pfarrer in Hemmerich. Ganz im Geiste der Zeit, neue Kirchen zu bauen, strebte Pfarrer Maaßen an, in Hemmerich eine neue Pfarrkirche zu bauen. Doch die ersten Versuche waren vergebens. Das gesamte katholische Rheinland musste sich dem antikatholischen Kulturkampf des Königreichs Preußens erwehren. An einen Kirchenneubau war in dieser Zeit der staatlichen Repression nicht zu denken. Doch der Priester bewies Geduld. Ab 1892 konnte er endlich die Planung des Neubaus angehen. Das Grundstück, auf dem das neue Kirchengebäude entstehen sollte, hatte Maaßen persönlich allein für diesen Zweck vor einiger Zeit gekauft. Das Generalvikariat des Kölner Erzbistums gab schließlich im Jahr 1893 grünes Licht, aktiv Kollekten zur Finanzierung des Kirchenneubaus abzuhalten. Zusätzlich hatte Maaßen selbst seine gesamten Ersparnisse für das Bauvorhaben gespendet. Pfarrer Maaßen ließ es sich als Initiator des Neubaus nicht nehmen, selbst kräftig bei den Bauarbeiten mitzuhelfen. In der Nähe des Eschweiler Kreuzes wurden die für den Bau benötigten Ziegel gebrannt. Trotz seines Alters von über siebzig Jahren formte und brannte der Priester in entsprechender Arbeitskleidung Ziegelsteine. Weiteres Baumaterial für die Baustelle kam unter anderem aus Köln, Aachen, Witterschlick, Düsseldorf, Königswinter und Bonn.

Die zweischiffige hohe Hallenkirche mit versetztem Nordturm ist dem hl. Aegidius geweiht. Er ist unter anderem der Schutzpatron der Hirten, des Viehs sowie der stillenden Mütter. Aufgrund dessen war er insbesondere im Mittelalter einer der am meisten verehrten Heiligen; er zählt zu den 14 Nothelfern. Dem Namensgeber ist in der Mitte der Kirche und im rechten Altarraum eine Figur gewidmet. Der Kirchenturm ist bewusst an dieser Stelle des Kirchengebäudes gesetzt worden. Auf diese Weise sollte er die größtmögliche Aufmerksamkeit von der Kölner Bucht her auf sich ziehen. Zweitpatronin ist die hl. Agatha, die unter anderem als Patronin gegen Feuergefahr gilt.