Bücherschrank

Im Nachhinein lässt sich nicht mehr ganz genau sagen, wann das erste Mal die Projektidee „Bücherschrank“ im Förderverein aufkam, aber nachdem vor ein paar Jahren eines unserer Vereinsmitglieder die Idee nochmal im Rahmen einer Vorstandsversammlung vorstellte und dabei berichtete wie positiv ein Bücherschrank andernorts aufgenommen worden sei, tauchte die Idee immer wieder hartnäckig in der Agenda der Vorstandsversammlungen auf. Anfangs noch eher unten auf der Tagesordnung angesiedelt, nahmen die Überlegungen vor zwei, drei Jahren konkretere Gestalt an. Zwei Fragen standen schnell im Mittelpunkt: Wo im Dorf soll der Bücherschrank aufgestellt werden und wie soll er gestaltet werden, soll er zum Beispiel durch Umbau einer alten Telefonzelle entstehen oder sollen wir uns eher ein eigenes Design erarbeiten.

Die beiden Themen wurden parallel verfolgt und es zeigte sich, dass wir stellenweise die zeitlichen Aufwände, um zur schließlichen Klärung der Fragen zu kommen, stark unterschätzt hatten. So standen wir beispielsweise auf unbestimmte Zeit auf der Warteliste der Telekom, die einen großen Teil ihrer alten Telefonzellen nach Abbau weiterveräußert. Da wir monatelang keine Rückmeldung zum Stand unseres Anliegens bekamen und darüberhinaus die freundliche Aufforderung erhielten von weiteren Nachfragen unsererseits abzusehen, hielten wir natürlich auch Ausschau nach privaten Anbietern einer alten Telefonzelle. Außerdem untersuchten wir auch nochmals die Möglichkeit nach anderen Gestaltungen des Bücherschranks, kamen aber letztendlich immer wieder auf das Modell „Telefonzelle“ zurück.

Zwischenzeitlich war auch die Diskussion innerhalb des Vorstands um den besten Standort fortgeschritten. Das Für und Wider der gemachten Vorschläge wurde abgewogen und schließlich kristallisierte sich der Platz in der Jennerstraße neben der Haltestelle „Alte Schule“ der Linie 818 in Fahrtrichtung Rösberg, gegenüber der Einmündung der Kreuzbergstraße, als bevorzugte Stelle für unseren Bücherschrank heraus. Nun mussten noch die Verhandlungen mit der Stadt geführt werden, und schließlich, Anfang Mai dieses Jahres, hielten wir den Gestattungsvertrag zur Aufstellung an besagter Stelle unterschriftsreif in den Händen. Jetzt endlich konnten wir auch konkret werden hinsichtlich des Kaufs einer Telefonzelle und so, Ende Mai dieses Jahres, holten wir „unsere“ Telefonzelle bei einem privaten Anbieter in Minden ab.

Sodann konnten wir mit den praktischen Arbeiten an der Telefonzelle beginnen, dem Abschleifen und dem Lackieren in bordeauxrot, der Gestaltung und Vorbereitung der Regalkonstruktion und der Errichtung des Fundaments am Aufstellplatz. Hierbei wurden wir tatkräftig von einigen der ortsansässigen Handwerksbetriebe unterstützt. An einem kalten, aber sonnigen Wochenende im November haben wir schließlich die Telefonzelle zum Aufstellplatz gefahren, dort installiert, die Türkonstruktion befestigt, die Regalbretter eingebaut und die solarbetriebene Innenbeleuchtung montiert. Die ersten Bücher wurden bereitgestellt und endlich, am 28. November 2025, wurde der Bücherschrank „Leseglück Hemmerich“ im Beisein von Bürgermeister Christian Mandt und Ortsvorsteherin Ursula Ihde eingeweiht.